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Ein Wochenende der NABU Kindergruppe Pankow / Draußen-AG

September 11, 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

….“Liebe Eltern, Wir sind alle gut angekommen, hier ist es herrlich, ein wunderschönes Haus!
Die Kinder erkunden schon das Gelände. Viele Grüße und euch ein ruhiges Wochenende! Annette und Co.“

…..so klingt der Einstieg in ein wundervolles Wochenende der NABU Kindergruppe Pankow – der „Draußen AG“ auf ihrer ersten gemeinsamen Reise am letzten heißen Sommerwochenende des Jahres. Das Ziel war die Spree- Wald- Werkstatt von der NAJU Brandenburg in Alt Schadow.

Welche Zutaten braucht man noch für ein gelungenes Naturerlebniswochenende?

Ein schönes altes Haus mit tollem Gelände im Wald, am Wasser, Boote, Selbstversorgung, Neugier und alle Sinne.

Das Programm lässt Spielräume im wahrsten Sinne. Beim zusammen draußen sein, zusammen kochen, essen, Kajak fahren und draußen spielen und beobachten ergeben sich viele Naturerlebnisse, spannende Entdeckungen, neues Wissen und interessante Fragen.

Damit der Ausflug für alle gelingt, müssen alle gemeinsam mit anpacken. Das Essen wird selber zubereitet, Kräuter werden gesammelt, Obstsalat geschnitten, abgewaschen und aufgeräumt, Boote zu Wasser gelassen, Luftmatratzen aufgepumpt, Pflanzen gegossen. Und alle helfen mit. Freiwillig von Anfang an.

Die NAJU Spree- Wald- Werkstatt liegt am Neuendorfer See direkt an der Spree. Also steht Kanufahren auf der Wunschliste ganz oben. Alle helfen mit, die Boote zu transportieren. Zu schwer!? Von wegen, wenn alle mit anfassen, können wir das Boot gemeinsam zu Wasser lassen. Da, ein Frosch am Ufer, dort der Eingang zur Biberburg. Was schwimmt da Grünes auf dem schmalen Kanal zum See? Entengrütze. Vorsicht, Kopf einziehen. Über dem Kanal liegt ein Baumstamm, von den Bibern gefällt. Gut zu erkennen an seinem spitz abgenagten Ende. Noch so einen abgenagten Ast findet Alma am Ufer.  Ein Eisvogel fliegt flach über dem Wasser die Spree entlang. Ein Graureiher steht wie ein Professor vor einer Schar sich putzender Blässhühner. Wenn man die Flussmuscheln am Ufer aufklappt, sehen sie aus wie schillernde Engelsflügel finden die Kinder. Freia findet eine besonders große. Im Abschnitt zwischen dem Spreewald und der Berliner Landesgrenze leben am Grund der Spree etwa 30 Millionen Muscheln, und die funktionieren wie ein riesiger Geschirrspülautomat. In einer Woche filtern die Kleinlebewesen rund zehn Tonnen Trüb- und Schwebstoffe aus der Spree.

Eins, zwo, drei, vier hört man die Kinder ihren Rhythmus beim Paddeln finden, während die Boote über das klare Wasser gleiten. Emilia möchte am liebsten gleich vom Boot aus baden gehen. In einer kleinen Bucht legen wir an und schwimmen zum anderen Ufer.

Es gibt noch mehr zu entdecken, wenn man mit wachen Augen unterwegs ist.  „Vorsicht, nicht drauftreten“ - eine Ameisenstraße. Wo sie wohl hinführt? In der Nähe lauern die Ameisenlöwen in ihren Trichtern auf Beute.

Onno entdeckt ein halbe Vogeleischale. Von welchem Vogel die wohl ist, eine Ringeltaube?

Plötzlich landet ein interessantes Insekt auf dem Tisch. Was könnte das sein? Es hebt abwehrend sein Hinterteil mit dem kleinen Stachel nach oben. Die Neugier besiegt die Abneigung und alle betrachten interessiert das winzige Leben.  Nachts steht man den Insekten schon kritischer gegenüber, wenn sie im Zimmern landen. Aber vorsichtig mit einem Glas eingefangen, bestaunt Samuel eine Spinne fasziniert und möchte auch den großen Nachtfalter betrachten.  

Alle freuen sich aufs Baden. Es sind 34 °C im Schatten. „Aber die vielen Algen“, monieren die Kinder. Sie sind auch eine Folge der starken Nährstoffanreicherung bei anhaltender Hitze. Als sich die Kinder die Algen genauer anschauen, sehen sie aus wie feine Fischernetze. Eine Netzalge. Ahh! Ganz weich und elastisch ist sie wie ein feiner Stoff. Die Kinder sammeln begeistert und Johanna erfindet ein Fantasiewort für die flauschigen Wasserpflanzen.

Philip bringt eine kleine tote braune Fledermaus und trägt sie vorsichtig in einer Muschelschale zum Baumstumpf. Alle Kinder betrachten andächtig den kleinen zusammengekauerten Körper. Als ich die Flügel vorsichtig ausbreite, entlockt es allen ein fasziniertes ehrfürchtiges Seufzen. Felix möchte die hauchdünnen Hautflügel des kleinen fliegenden Säugetiers berühren. So ein Staunen kann keine Theorie erzeugen.

Vor dem Schlafengehen stehen alle leise im Schlafanzug auf der Lichtung und blicken aus der schwarzen Nacht  in den leuchtenden Sternenhimmel. Was wir dabei sehen, ist die Milchstraße, unsere eigene Galaxie.

Am Morgen spielen die Mädchen Raupen und robben in ihren Schlafsäcken über den Holzboden des Waldhauses, bevor sie sich aus ihren Puppen in bunte Schmetterlinge verwandeln.

Lily möchte für alle Rührei machen und Konrad möchte den Tischspruch vorlesen. Das Rührei ist lecker und alle staunen wie gut Konrad lesen kann. Er ist gerade eingeschult worden.

Später dann…. einfach mal ausgelassen draußen in der Natur spielen , ohne Programm und Spielgeräte. Das ist eine Kostbarkeit für unsere Kinder. Alle sitzen auf einem dicken Baumstamm und spielen zusammen verrückte Schulklasse.  Lotte, die Lehrerin hat keine Chance Ruhe in das Gewusel zu bringen.

Das NAJU Gelände ist groß und nachdem der Sturm vor ein paar Jahren viele alte Bäume entwurzelt hat, sind neue Bäume gepflanzt worden. Wir wollen mithelfen, sie zu erhalten und gießen das kostbare Regenwasser aus großen Auffangtonnen an die jungen Walnuss- und Apfelbäume, Linden und natürlich die Kräuter.

„Machen wir bald wieder eine Reise?“  fragen die Kinder bevor wir uns am Sonntagnachmittag wieder auf den Rückweg in den Großstadt Dschungel machen.

Vielen Dank an Anett, Luca, Carolin und Christian für ihr ehrenamtliches Engagement, an die NAJU Brandenburg, weil wir die Spree- Wald- Werkstatt nutzen konnten und danke an den NABU Berlin für die finanzielle Unterstützung!

Annette Prien

Ehrenamtliche Leitung Kindergruppe Berlin Pankow

 

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